Und wieder einmal spielen sie "Helden!"

Die Wahl zum Europäischen Parlament ist in Österreich ein Heimspiel. Politische Parteien, die vor der Kronenzeitung auf den Knien liegen, wagen es nicht, ihren Wählerinnen und Wählern zu sagen, dass das Europäische Parlament ein vom Volk zu wählendes Parlament mit allen Funktionen, Aufgaben und Fehlern ist. Sie gestalten den Wahlkampf als ob es um die österreichischen Arbeitsplätze, die nationalen Wehwehchen und politischen Hickhacks ginge.

Ein echtes Armutszeugnis, da ist HC Strache mit seiner FPÖ nur das Fundament des Eisbergs, die Spitze ist das gesamte nationale politische Denken.

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Wenn ich diesen Slogan auf die Nationalratswahl und Kärnten umlege, wäre manch Kärntner Partei eine Verräterpartei an der Nation Österreich.

Sie haben noch nicht verstanden, dass der Europäische Rat, entsprechend dem Bundesrat, nur mit wesentlich mehr Macht ausgestattet, die nationale Karte spielt. Die Europäischen Parlamentarier sind Europäer und vertreten auch die Europäer mit einer gewissen Vorliebe für den heimatlichen Wahlkreis Österreich. Ähnlich den Kärntner Nationalratsabgeordneten, die auch Österreich vertreten und insbesondere ihren angestammten Wahlbezirk.

Einem Österreicher oder einer Österreicherin zu erklären, dass europäisch und österreichisch nicht zwangslogisch Widerspruch bedeutet, ist angesichts lokaler und regionaler bzw. monopolisierender Presse nicht ganz einfach. Ich habe auch keine Probleme mich Salzburgerin und Österreicherin zu nennen, meine ich. Oder sollte ich mich gar von manchen Wahlaktionen derartig distanzieren zu müssen, wie zB ein abartiges Comics oder der Wahlslogan: Abendland in Christenhand. Mit der Hand haben es die Rechten – war es das BZÖ das das Land in Heimathand sehen wollte, sind für die FPÖ nur Christenhände gute Hände. Was wohl all die aus der Kirche ausgetretenen Parteimitglieder dazu sagen würden, wenn sie,vorbehaltlich eines Wahlzuwachses mit der Enteignung rechnen müssten?

Popularität und Populismus liegen nah nebeneinander. Manche wirken populär und sind nur populistisch, laut und bemerkbar. Da ändert auch ein Wahlergebnis von 70% der Jungwählerstimmen für alternative Kanditaten nichts. Denn alternativ und anders ist er allzumal unser FPÖ Mann, eben nicht ganz österreichisch, oder?

Da hätte ich doch HP Martin fast vergessen, der alleine gegen die Mächtigen kämpft. Wie gut, dass es Helden nicht nur in Filmen gibt.