Jörg Haider als Politiker, meine Gedanken…

Ich bin immer wieder überrascht, wie Menschen auf den plötzlichen Tod in ihrem Umfeld reagieren. Kein Gespräch in Österreich, dass nicht früher oder später den Tod von Jörg Haider zum Thema hat. Ein Kellner in meinem Samstagspätnachmittagscafe fragt einen Stammgast:

„Was meinen Sie zum Tod von Jörg Haider?“

„Also, ich habe ihn ja nie gewählt, aber ein besonderer Mensch war er schon!“ lautet der Text auf eine andere Frage, die wohl so gelautet haben könnte:
„Was meinen Sie zu Jörg Haider`s politischen Aussagen oder noch besser, zu seiner Persönlichkeit?“

Anschauungen von Menschen werden durch seinen plötzlichen Tod zutage gebracht, die eine positive Einheitlichkeit aufweisen und die mich veranlasst, diesen Eintrag zu schreiben. Von Begeisterung nicht politischer Anhänger und Tränen des politischen und menschlichen Freundes bis zur Bewunderung seiner rhetorischen Glanzleistungen und Anerkennung der Wiederauferstehungsmentalität. Die heimliche Verklärung eines rechtspopulistischen Politikers in einem reichen, aber an Widerspruch und innerer Kritik armen Landes tritt zutage. Die Cleverness seines „bin da und schon wieder weg“ und die vielen Sprüche werden in Erinnerung bleiben.

Eine persönliche Geschichte aus den frühen 80er Jahren muss ich an dieser Stelle erzählen. Es war eine Anwerbetour für die Freiheitliche Partei und J. Haider sagte vor einem Haufen Zuhörer/innen am Marktplatz von St. Johann/Pg: „Wenn wir Mindestrentner mit weniger als ATS 6.000,-auskommen müssen, ist dieses System ungerecht,“ und griff sich dabei auf beide Aufschläge seines Sakkos, welches einen Neupreis von geschätzten ATS 6.000,– hatte.

Ich schrieb damals jedes seiner Worte mit, konnte nicht glauben, was ich hörte und ging dann sehr betroffen in meine Bar, um mit Bekannten darüber zu reden. Ein Mitarbeiter der damaligen FPÖ folgte mir, ließ sich am Barhocker nieder und fragte, ob ich denn von der Presse sei. „Nein, nur politikinteressiert.“ Einige Aussagen aus Interviews mit diversen Persönlichkeiten aus Österreich:

Er war ein großer Politiker mit großen Begabungen… er hat heftige Zustimmung und Ablehnung erzeugt,

… er hat polarisiert
… er hat die österreichische Innenpolitik beeinflusst
… er war ein Ausnahmepolitiker, der die österreichische Innenpolitik nachhaltig geprägt hat
… er war einer der zuhören konnte
… wir haben unterschiedliche Positionen, doch heute gedenken wir den Menschen
… er war einer der erfolgreichsten Politiker in Österreich nach Bruno Kreisky
… er sei einer der engagiertesten Politiker für die Länder gewesen

… er hat die Kärntner Politik …
… er hinterlasse als Mensch und Politiker eine große Lücke…
… er war ein Landesvater, löst Tränen und Betroffenheit aus …
… eine Botschaft an die Kärntner und Kärntnerinnen …
… er war der größte Kärntner aller Zeiten

„Tragisch, in der Nacht alleine zu enden, alleine auf der Landstraße ein furchtbarer Tod!“, sagte Wolfgang Schüssel, der Jörg Haider im Jahr 2000 in die Regierung als Koalitionspartner aufnahm. Die Regierungsverantwortung war wohl die Ursache für die ideologische Spaltung in FPÖ und BZÖ nach dem Knittelfelder Parteitag. Damit war auch der Zugewinn, bis zur neuerlichen Chance bei der Wahl am 28. September 2008, gebremst.

Derzeit wird untersucht ob Jörg Haider auf der Landstraße während des Überholmanövers zu schnell gefahren gefahren ist. Ohne Chauffeur, im Dienstwagen auf dem Weg zum 90 jährigen Geburtstagsfest seiner Mutter, das am nächsten Tag stattfinden sollte. Wäre der Fahrer ein „ausländischer 20 jähriger, mit Migrationshintergrund“ gewesen, der so tragisch hätte sterben müssen. Was wäre wohl berichtet worden?

Spekulationen wieder beiseite, der Arzt des Landeskrankenhauses gibt einen ersten Bericht vom Unfall, der Polizeichef wird im ORF zitiert:

„Nach einem Überholmanöver überschlug sich das Auto mehrmals und kam nach ca. 35 Metern wieder auf den Rädern zu stehen. Er war angeschnallt und musste aus dem Fahrzeug geborgen werden. Nachdem noch ein Hauch auf Überlebenschance bestanden hatte, wurde er in das Landeskrankenhaus eingeliefert, dass er nur noch tot erreichte.“

BBC schildert highlights und spricht von … love and hates…
Die bürgerliche spanische Tageszeitung el mundo spricht von anerkennender Bewunderung für die ordentliche Beschäftigungspolitik im dritten Reich, andere wiederum sprechen von den Ausrutschern Jörg Haiders.

Die vielen Stationen im Leben des Politikers Jörg Haiders. Meine persönliche Meinung über seine große Leistung als Politiker ist, dass er den Bodensatz an ewig alten Denkerinnen und Denkern in Österreich zu einer erklecklich großen Prozentzahl gesammelt und offenbart hatte. Was meine ich mit ewig gestrigen Anschauungen?

„denen zeigen wir es!“
„Recht für den kleinen Mann!“
„es gibt für alles einen Schuldigen und sei es nur das schwächste Glied der Gesellschaft!“
„es braucht einen starken Mann zum Regieren!“
„es gibt Arme und Reiche und immer einen Prügelknaben!“

Die Heuchler haben Hochsaison in Österreich. Jene die ihn nie gewählt hatten, aber seine großartige politische Persönlichkeit, seine Hochbegabung und sein ausserordentlich sprachliches Geschick in höchsten Tönen loben. Und jene, die jetzt nur das Beste sagen und nicht das was sie sich vielleicht im Stillen denken. Er war ein politischer Blender, ausserordentlich begabt im Spiegeln von Egoismen und Vorurteilen, mögen Anhänger denken, was sie wollen.

Für ein ausgewogneres Bild sei dieser Kommentar aus der Wiener Zeitung zu empfehlen.

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Staatsbürger, Europabürger oder Menschenbürger sein

Was heißt „Staatsbürger“ sein?

Sich einer Nation zugehörig fühlen können und einem geografischen Ort mit definitiv markierten Grenzen anzugehören, bedeutet, eine Staatsbürgerschaft zu besitzen. Einen sogenannten Pass in Händen halten können, der einem erlaubt von einem Hoheitsgebiet in das andere zu wechseln. Sich einem Staatsvolk verbunden zu fühlen, deren Heimat dasselbe Staatsgebiet umfasst, wäre ein weiters Kriterium. Inklusive der Lufthoheit, die zum Staatsgebiet gehört, worüber ein gelernter Staatsbürger im Unterricht informiert wurde. Diese Luft wird jedes Mal thematisiert, wenn ein Staat das Territorium des anderen Staates absichtlich oder unabsichtlich verletzt, wie es wahrscheinlich täglich passiert. Zum Beispiel wurde oder wird die estnische staatliche Integrität durch das russische Militär angekratzt. Durch diese Handlungen fühlt sich ein Teil des Staatsvolkes provoziert, während die andere Volksgruppe gestärkt daraus hervor geht, je nach Zugehörigkeit und Besitzgefühl für die Lufthoheit. Oder die Angst vor den Nachbarn, der größer und stärker ist, als das eigene, kleinere Staatsgebiet. Damit wäre Größe, wie im Fall von Russland oder die Kleinheit, wie jene der Schweiz, auch ein Faktor der Verbundenheit zur Nation.

Sich in Europa heimisch fühlen, heißt Europabürger sein. Damit wäre die Union ein Ort, an dem man nichts erklären müsste, weil er jenes Gebiet umfasst, dass man kennt. Nun kenne ich so viele europäische Orte nicht, ebensowenig deren Hoheitsgebiete zu Wasser und zu Luft. Was dann im Sinne meiner erstgenannten Definition, Europabürger zu sein, bedeutet, nunmehr 27 Staaten zu kennen.

Vielleicht heißt Staatsbürgerin sein, einfach, die Rechte und Pflichten eines Bürgers des jeweiligen rechtlichen Hoheitsgebietes anzuerkennen? Damit wäre das gemeinsame europäische Recht eine Basis für den Europabürger und relativ problemlos nach zu vollziehen.

Ganz zufriedenstellend ist diese Erklärung wiederum nicht, weil der Akzeptanz eines juristischen Tatbestands die emotionale Bindung fehlt. Man muss das Gesetz schon sehr lieben, um darin das Quentchen Glück und Zufriedenheit zu erkennen, welches die Vertrautheit, Geborgenheit und Sicherheit von Heimat schenkt.

Und damit kehre ich zum Ausgangspunkt zurück und meine Staatsbürger sein, bedeutet auch, sich, in Sicherheit geborgen zu fühlen. Eine Nation und deren politisches, rechtliches Gefüge kann zwar Strukturen anbieten, um sich als Teil des Ganzen zu fühlen, aber es vermittelt noch nciht jenes unbedingte Vertrauen, dass nötig ist, um sich als „Bürger“ zu fühlen.

Ich denke dabei an die Gilden der Hansestadt Tallinn, die für jene Menschen, die ihnen angehörten, Ausbildung und Standesbewusstsein zur Verfügung stellten. Hochzeitsgaben wurden gereicht, nach dem Tod das rangmäßige Begräbnis organisiert und Vorschriften für gute Sitten gemacht. War es in jener Zeit wichtiger als heute, einer Gruppe anzugehören, die sich von anderen abgrenzte, bedeutete die Zugehörigkeit doch materiellen „Schutz für Leib und Seele“ innerhalb der Gemeinschaft. Die Herrscher wechselten, die Kaufmannschaft blieb. Das führt zu jenem Gedanken der wirtschaftlichen Sicherheit zurück, die einem zum Europabürger werden lässt?

Heute ist das Indidviuum vielmehr auf sich alleine gestellt und von der Arbeitsteilung weltweit abhängig. Und diesen Abhängigen soll nun die Nation oder Europa Sicherheit geben. In der europäischen Politik herrscht das System der Lobbyisten (früher hätte man sie vielleicht Gilden genannt), in den Nationen besitzen die Vertreter der politischen, wirtschaftlichen, beamteteten und justiziellen Organisationen die Macht. Wo bleibt das Individuum, das sich in keiner der genannten Gruppen wiederfindet oder zugehörig fühlt?

Nun geht der Reigen von vorne los. Braucht es also eine Lobby um sich als Europabürgerin zu fühlen? Ich meine, dass hierin die Überforderung von strukturierten Systemen liegt. Sie bieten zwar Ordnung an, aber für das Gefühl müssen die „Menschenbürger“ selbst sorgen.

Schneekanonen

Bereits vor den 80er Jahren wurden die ersten Schneekanonen vorgestellt. Ein Novum, eine unwahrscheinliche Sache aus Temperatur und Wasser Schnee zu erzeugen. Seit einigen Jahren sind die Kanonen, die auch wirklich den Kanonen aus den Franzosenkriegen alle Ehre machen würden, Alltagsbild an den Rändern von Pisten.

Heute war die Nachricht, die ich schon seit 30 Jahren erwarte. Die Zeit, in der beschneit werden darf, ist freigegeben worden. Die Betreibergesellschaften von Liften dürfen bereits vor dem Dezember die bis dahin grünen Flächen beschneien. Die weißen Bänder, welche sich in Spuren an Berghängen zeigen, werden nun mindestens ein halbes Jahr sichtbar sein. Da die Hänge logischerweise weniger Zeit zur Regeneration haben, auch länger die krasse braune Farbe zeigen.

Es überrascht, dass sich keine grüne Gruppe, die in der Zwischenzeit etablierte Parteien geworden sind, darüber mokiert. War es doch vor 30 Jahren, als sie mit diesem Thema, neben der Verhinderung von Tunnelbauten, den Einzug in Ratshäuser, Gemeindeämter, Landesparlamente und Nationalräte schafften.

Votum in Irland

Wie demokratisch ist eine Gemeinschaft, wenn ein Land die Entscheidung von 26 anderen Staaten zunichte machen kann?

Die europäische Demokratie funktioniert eben nicht wie ein Nationalstaat. Sie setzt sich aus einem Parlament, einem Ministerrat von Mitgliedstaaten und einer Kommission zusammen. Die Mitgliedstaaten haben ähnlich einem Bundesrat das föderale Prinzip zu vertreten. Dieses Prinzip ist derartig stark verankert, dass Entscheidungen ständig ausverhandelt werden müssen. Nicht die Größe des Staates, nicht die Einwohnerzahl sondern einzig und allein der Staat an sich repräsentiert eine Stimme. Grundsätzlich finde ich dies sehr gut. Die Union ist eben kein Nationalstaat sondern segelt ähnlich einer Flotte mit dem Wind, in eine gemeinsame Richtung. Der eine etwas schneller, der andere langsamer, je nach Größe, Wind und Raumbedarf. Sie sind kein militärischer Verband, dessen Entscheidungen von einem Schlachtschiff befehligt werden. Diese Konstellation hat sich im bisherigen globalen Gefüge bewährt. `

Welche Entscheidungsprozesse benötigt die Union in Hinkunft?

Diese Frage wird brisant, wenn man die Rohstoffsituation und den Weltmarkt betrachtet. Die Preise werden von Warenterminbörsen diktiert, einzelne mächtige Clans und Cliquen regieren Russlands Rohstoffe und Wirtschaft. China wird von einer Parteienautokratie kommunistischer Provenienz mit kapitalistischen neoliberalen Grundsätzen diktiert. Menschen in Afrika hungern weil an den Börsen die Preise für Mais künstlich steigen.

Ein Milliardär, dessen Gelder durch den Aluminiumhandel am Weltmarkt zusammengeflossen sind, hat den Widerstand gegen die europäische Verfassung in Irland gesteuert. Über das Internet, ein allseits bekannter Antieuropäer aus Österreich, der sich von der Union bezahlen lässt, war mit von der Partie. Eine seltsame Konstellation die zu denken gibt. Welches Interesse könnte dahinter stecken, wenn jemand versucht, den globalen Markt liberal zu halten? Die Europäische Union hätte die besten Voraussetzungen dem internationalen Markt Grenzen zu setzen, die für eine sozial-liberale Entwicklung notwendig wären. Doch gerade diese Entscheidungen könnten möglicherweise die Prosperität einzelner Besitzender und Rohstoffspekulierer beschränken. Europas Staaten hätten gemeinsam die Macht dem liberalen Handel von Börsenrittern Grenzen zu setzen.

Vielleicht ist dazu keine Verfassung und keine politische Union nötig, die mit Mehrstimmigkeit handelt, sondern eine starke wirtschaftliche Union.

Gelbe Knäuel?

Heute morgen begegneten einem an jeder Straßenecke gelbe Menschentrauben. Bei näherer Betrachtung stellten sich diese als T Shirts heraus, welche Jungs und Männer jeden Alters beherbergten.

Bis zum heutigen Tag war die EM, mit Ausnahme der sich deutlich vermehrenden rot-weiß-roten Flaggen an den Autos in Salzburg nicht zu spüren. Das veränderte sich mit einem Schlag. Bei einem Spaziergang am Mönchsberg waren vom Stieglbräu bis ins Nonntal Streckenposten, welche den Gelben immer wieder den richtigen Weg wiesen. Zwei davon davon wollten unbedingt bildlich verewigt werden und da eine Diskussion mit schwedischen Fans sinnlos ist, werden die beiden gebloggt. Bis zum heutigen Tag hatte ich keine Ahnung wer Steve Perryman ist. Heute war es nicht zu übesehen.
schwedische Fans

Der Lärm der Altstadt schwillt an und ebbt wieder ab. Die Schallwellen brechen, dabei entsteht ein dumpfes Rollen. Zwei Mädchen rauschen an mir vorbei, völlig gelb und blau geschminkt, ab zur Fanmeile. Wer sind eigentlich die Gegner? Vereinzelt einige blau-weiße Fähnchen, insbesondere an schwarzen Mercedeswägen und Audis, auch schwarz. Warum fahren griechische Fans in großen Wägen und wieso kommen Schweden in Massen? Rein rhetorische Frage.

Der Nachhauseweg gestaltet sich äusserst schwierig, alle Zufahrtsstraßen zur Wohnung sind gesperrt, einzig über die Autobahn findet sich eine Lücke. Das Auto wird an Spieltagen in Hinkunft nicht mehr angerührt.

Die gelben Knäuel hören nicht auf, sie brüllen, sie schwenken Fahnen und trotten kilometerweit. Einige haben bereits hochrote Gesichter, was hat das mit Sport zu tun, kann mir das einer erklären?

Warum Lukas Podolski über seine Tore nicht jubelte…

Auf 22 Seiten überschütten sich die Kommentarschreiber mit gegenseitigen Zurechtweisungen zum Artikel über Lukas Podolski, dem Torschützen des Auftaktspiels Polen gegen Deutschland. Interessanterweise analysieren sie nicht das Spiel und geben keine postkreativen Ratschläge zur Technik, nein es hagelt Hinweise zur Geschichte Schlesiens. Podolski war in Gliwice im Jahr 1985 geboren, in jenem Jahrzehnt, als in Polen aufgrund er allgemeinen Not der Bevölkerung der Untergang des Kommunismus vorbereitet wurde.

Mich erinnert das Wort Gliwice noch zusätzlich an einen fingierten Kriegsausbruch und wer die Geschichte deutschsprachiger Schlesier bemüht, kann an der neueren deutschen Geschichte nicht wortlos vorüber ziehen.

Als ich gestern das Interview von Lukas Podolski nach dem Spiel hörte, war ich überrascht und erfreut. Er meinte sinngemäß: „Er hätte über seinen Erfolg nicht gejubelt, da er doch aus Polen stamme und sie eine große Familie hätten, die in Polen lebt…“ Die, wie ich im Artikel nachlese, zahlreich unter den Zusehern vertreten waren. Kein Wort von Herkunft, Heimat oder Staatsbürgerschaft, simpler Respekt vor den Gefühlen der Fans der gegnerischen Mannschaft.

Sehr glaubwürdig erteilte er, der Fussballspieler allen nachfolgenden Presseleuten eine Lehre. Wir haben Fussball gespielt und gewonnen, das war es und nicht mehr. Keine Politik, keine Rasse, keine historische Herkunft, sondern ein Spiel das von den Spielern, Training, Talent und Ausdauer fordert und mit einer kleinen Portion Glück in einen Sieg verwandelt werden kann.

Interpretationen, welche durch Flaggen und Staatsbürgerschaften künstliche, nationale Zugehörigkeiten schaffen, die sich mittels Sprache und Kultur definieren, sind Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und eigentlich überholt. Vielmehr, sollten überholt sein. Mittlerweile müssten daraus rechtsstaatliche Gemeinschaften geworden sein, die wirtschaftliche Interessen vertreten, Steuern verwalten und die sich zu einheitlichen, rechtsstaatlichen Normen bekennen. Das verbinde ich mit staatlicher Zugehörigkeit und dem Reisepass, der dies dokumentiert. Manchmal gehört dazu die Geburt, der Herkunftsort und die ersten Jahre des Lebens, die doch als Ort des emotionalen Lernens einen hohen Stellenwert haben. Manchmal spielt die Herkunft der Eltern und deren Zugehörigkeit eine Rolle. Identifikationen, die mich nicht als gruppenzugehörig auszeichnen, ausser in stammes- und großfamilienorientierten Gesellschaften. Nationale Zuschreibungen haben im Spiel, das vom gegenseitigen Respekt gekennzeichnet sein soll, was doch auch durch den Tausch der Leiberl am Ende eines Spiels dokumentiert wird, absolut nichts zu suchen.

Man achtet sich gegenseitig und betrachtet den anderen nicht als politisch motivierten, nationalen Feind. Dies wird nur durch Aufmacher in den Medien und Menschen, welche sich ohne Gruppenzugehörigkeit nackt und hilflos fühlen, gespeist. Die Redakteure und Journalisten treiben das Unwesen weiter, indem sie immer wieder, wie Blöde, in dasselbe Hörnchen blasen.

Die Zeitschrift Fakt und Bild haben denselben Eigentümer, den Axel Springer Verlag, ein globales Unternehmen. Medien, die kübelweise nationalen Mist über ihre Leser ausschütten und üble Stimmung zwischen den nicht mehr real vorhandenen Grenzen machen. Dieses menschenverachtende, auf wirtschaftlichen Gewinn ausgerichtete Schreiben hat mit Pressefreiheit schon lange nichts mehr zu tun. Es gehört zur Rubrik Polemik und steht den Lügen, die den Beginn des zweiten Weltkriegs markieren viel näher als wir ahnen. Die Europäische Union, als global player ist hier gefordert und nationale Regierungschefs müssten bereits der Europäischen Kommission den Auftrag zu einem Weißbuch über Medien, Pressefreiheit und überregionale, nationale und europäische Kommunikation geben. In vielen Köpfen herrschen Grenzen, die vom Glauben an das einfache Wort genährt werden. Weil es doch so einfach ist, zu glauben, dass alle Menschen so denken. „DIE Polen“ wollen „DIE Deutschen“ besiegen und alle Menschen sind mit formaler Gruppenzugehörigkeit emotional zu ködern. Mein man in den Redaktionen der Printmedien und Fernsehanstalten, dabei ist die Rechnung eine gefährliche, weil sie an tierischen Stumpfsinn appelliert.

„Wir haben Fussball gespielt“, eine lakonische Antwort. Auch kurz und vor allem richtig. Dabei gibt es zwei Mannschaften, die durch verschiedenfärbige Trikots erkennbar sind und durch zwei Tore, die sich gegenüberstehen, Besitzverhältnisse anzeigen. Dazu gibt es einige Regeln, etwas mehr als durchschnittliche Kondition und wer mehr hinein interpretiert,tut es absichtlich.

Fanset

Worüber erzählt ein Fanset zur Fussball Europameisterschaft 2008?

Fanset

Seit einigen Tagen sieht man in Österreich wieder deutlich mehr Fahnen als in den vergangenen vierzig Jahren bzw. soweit ich mich zurückerinnern kann. Eigentlich gab es DIE Fahne nur am Tag der Fahne zu sehen, dem Staatsfeiertagrot-weiß-roten Bekenntnis zur österreichischen Fußballnation.

Kaum niedergeschrieben, tauchen erste Zweifel auf. Mein geringer Wissenstand flüstert mir, dass Österreich jenseits der Sieger weilt und seit Jahrzehnten auf ein „Wunder von Cordoba“ hofft. Früher meinte ich, dass WvC wäre ähnlich einer Pilgerfahrt nach Lourdes oder Medjugorje oder gar nach Altötting in Bayern. Nein, es war ein Tor, welches wie ein Wunder erhofft wird. Dass dieses Wunder durch eine Flagge herbeigerufen wird, und der Glaube an die Fussballnation derartig stark ist, nährt meine Zweifel. Nicht wegen der Fähigkeiten, nein, wegen, des fehlenden Patriotismus.

Ich erinnere mich an eine Diskussion zur Differenzierung zwischen Patriotismus und Nationalismus. Vaterlandstreue und Nationenstolz. Eine rhetorische Diskussion, die mich nicht zum Kern des Problems brachte. Dann versuchte ich es mit dem US Patriot Act, doch das war ein ganz anderes Thema.

Warum sind in Graz deutlich weniger österreichische Flaggen an Autos zu sehen als in Salzburg? Da beide an Länder grenzen, welche an der Ausscheidung teilnehmen, müsste der Patriotismus doch in beiden Bundesländern gleich verteilt sein. Ist es aber nicht.

Und plötzlich, als ich ein Geschäft betrete, steht die Antwort deutlich vor mir. Die Wirtschaft ist der auslösende Faktor. Geschäfte, Auslagen, Plakatwände sind an manchen Orten in Österreich verfussballt, an anderen Orten virusresistent. Das einzige Fanpaket, welches nach langer Suche an der Andritzer Reichsstraße entlang zu finden war, möchte ich den Blogbesuchern nicht vorenthalten.

Eine österreichische Flagge, am 26. Oktober für den Vorgarten wieder verwertbar, eine Kappe, dezent und im Sommer beim Strandurlaub dienlich und zu guter Letzt, der GLOBALE Fanartikel. Ein Schminkset, zum Malen aller notwendigen Flaggen, auf Hände, Gesicht und Füsse, je nach Wetter.

Globalisierung flexibilisiert und Ökonomie allemal. Doch patriotisch waren die Produzenten nicht. Der Text: „DAS RUNDE GEHÖRT IN DAS ECKIGE!“ lässt auf mangelnde Zuversicht schließen. So blöd sind unsere Fussballer wirklich nicht, echt.

Weltprognosen ….von Matthias Horx

Matthias Horx meint, dass wir, Menschen unsere Rolle in der Schöpfungsgeschichte überschätzen. Der Mensch hat weniger Einfluss auf den Planeten als wir uns, meist im Schlechten zugestehen. Mit wir sind jene Menschen gemeint, die Zukunft als Drohgebärde darstellen. Drei weitere Archetypen bezeichnet er als Zukunftsbürokraten, Erlösungsvisionäre und Absatzsteigerer. Bei keinem dieser Beschreibungen finde ich mich, bin insofern der Typ des Aussenseiters.

In Wirklichkeit war dies als Überleitung gedacht um die Zunft der Zukunftsexperten, welche den Weltuntergang, den Klimakollaps oder die Überbevölkerung propagieren von der Horxschen Theorie des Positivismus zu unterscheiden.

Die Morde in Deutschland nahmen von 1993 bis 2006 ab, von 666 jährlich auf 333. Die gefühlte Wahrnehmung der Gewaltverbrechen hingegen nimmt zu. Die Gewalttätigkeit weltweit ist im Abnehmen inbegriffen, durch weltweite Berichterstattung, Konzentration auf negative Schlagzeilen und ständige Wiederholungen ensteht der Eindruck dass sie zunehmen. Die Annahmen sind so falsch wie die Realität.

Das Märchen von der Zunahme der Erderwärmung stellt er in einen größeren Zusammenhang, wonach sich die Menschheit in einer wärmeren Periode einer kalten Phase befindet. Es kommt eben immer auf die Perspektive an. Milliarden von Erdjahren oder Tausende, das macht schon einen Unterschied.

Was ist nun dran an dem Fakt der demografischen Entwicklung der Menschheit?

Die Lebenserwartung nimmt zu, der Lebensstandard nimmt zu und die Weltbevölkerung angeblich nur bis 2020, wie geht das. Die Anzahl der Kinder wird geringer, je höher der Wohlstand desto geringer die Anzahl der Kinder. Großfamilien gibt es über kurz oder lang nur noch in Ländern, die Kinder als Altersversorgung betrachten.
Prognostizierten Zahlen des Club of Rome widespricht er, die Weltbevölkerung wird wieder schrumpfen.

Die Armen werden ärmer, die Reichen reicher. Eine Fehleinschätzung, die weltweit nicht zutrifft. Es gab noch nie soviele Reiche und sowenig Arme, die mit weniger als 1 $ pro Tag Einkommen ihr Auskommen finden mussten. Nun kann ich mich nur den Worten eines Jugendlichen anschließen, der meinte. Man muss alles kritisch überprüfen, auch Matthias Horx.

Menschen werden ihren Wohnsitz wechseln und wechseln müssen. Die Realität nennt dies dann Migration. Die Erforschung neuer Technologien der Energiegewinnung ist unumgänglich und Diktaturen müssen zu Demokratien werden. Diktatur erzeugt keinen Wohlstand.

Der Aussage von Matthias Horx, dass Angst zu überwinden ist und der positiven Haltung Platz machen soll, kann ich voll zustimmen, unterstütze sie ohne Hinterfragen. Angst war immer ein schlechter Ratgeber.

Weniger begeistert bin ich von der Art wir Horx die Fragen der Jugendlichen beantwortet. Leicht ungehalten, mit dem Anspruch auf alles eine Antwort zu wissen und eben jene Ungeduld, die man sogenannten dummen Fragen entgegenbringt. Warum eigentlich – er steht doch drüber, irgendwie oder doch nicht?

Fussball und Flaggen

Wie ist es möglich, dass eine Sportart eine derartige Hysterie auslösen kann?

Ein Wettbewerb zwischen Spielern angeblich unterschiedlicher Nationen und schon beginnen die Anhänger Flaggen zu schwingen. Was muss ein Staat tun, damit der begeistere Fan bereit ist, die Nationalflagge beim Autofenster wehen zu lassen?

Nichts, weder die Steuern senken, noch die Preise, keine besonderen Angebote an den Bürger machen, keine Strafen verschärfen oder Schwimmbäder bauen. Der Staat muss nur eine Europameisterschaft organisieren, der öffentlich-rechtliche Fernsehsender das Geschehen in den Mittelpunkt stellen und für die Sicherheit sorgen. Ein ausgezeichnetes Beispiel wie einfach es wäre, für etwas einfaches zu begeistern. In diesem Fall ist es Fussball oder ist es die Ökonomie des Fussballs?

Zuviele Fragen die auf eine Antwort warten. Ich bin sicher, dass sich die eine oder andere Unklarheit während des Monats Juni beantworten lässt. Meine Aufmerksamkeit ist der EURO sicher, wenngleich sie sich nicht auf die Spiele konzentriert sondern vielmehr der Hype rundherum gewidmet ist.

Symbole sind zwar global aber mit unterschiedlicher Bedeutung

Der Kreis wird mit der Vollkommenheit in Verbindung gebracht. Mein Kreis, in mühseliger Arbeit gefilzt, ist nicht vollkommen, weil er nicht an allen Punkten identisch ist. Er ist vollständig und bildet eine Einheit.

Der keltische Kreis hat neben der mystischen Bedeutung der Vereinigung, Schutzwirkung. Mein grüner Kreis hütet den grünen Punkt, die Frucht des Lebens, den Kern der Lebensenergie.Der Punkt symbolisiert nichts als die Uendlichkeit, weder dies noch jenes.

Symbolik 003

Spirituell gilt Grün im Islam als die Farbe des Propheten und der göttlichen Vorsehung. In China war es die Farbe der Ming Dynastie und stand, wie der Kreis, für die Vollkommenheit. Die Farbe des Lebens, des Wassers und der Fruchtbarkeit – es repräsentiert das Yin Prinzip.

Der Kaffesud erinnert an die Weissagung einer Zigeunerin in Izmir. Sie hatte damals, vor eineinhalb Jahren, nichts gesagt, ihre Gesten und Blicke sprachen Bände. Nun ist es an der Zeit, den Kaffeesud trocknen zu lassen und zu entfernen.

Verbranntes Papier, ein sogenannes Brandopfer, welches wie Phönix aus der Asche Neues entstehen lässt.

Dazu die Zahl zwei – die Ambivalenz schlechthin. Sie repräsentiert das binäre System, welches sowohl für Trennung als auch für Synthese steht. Das Gleichgewicht und der Konflikt sind anziehend und abstossend zugleich. In der chinesischen Zahlensymbolik hat die ZWEI eine schwache Bedeutung, da ihr das Zentrum fehlt. Gegensätzliches muss nicht schwach sein, schützende Tierfiguren werden manchmal paarweise aufgestellt.

Es hängt eben vom Standpunkt und der Sichtweise ab.