Eine Nachricht aus Istanbul – Spread the Word!

Ich bin überzeugt davon, dass wir die jungen Menschen, die das Wort erheben, unterstützen müssen. Sie haben Anliegen, die für uns selbstverständlich geworden sind. Es geht nicht darum, dass sich die eine oder andere Gruppe durchsetzt oder wer wirklich Recht hat. In einer vielfältigen Welt werden viele das Richtige tun. Es geht um die Chance, als Minderheit gehört zu werden. Es gibt keine Zahlen,wie viele Frauen in der Türkei, mit oder ohne Partner eine selbständige Entscheidung treffen wollen, wieviele Kinder sie haben möchten. Es gibt auch keine Übersicht, welche Menschen es sind, die sich Veränderung wünschen. Aber es gibt einige Menschen, die das kundtun wollen und sie sollten sich Gehör verschaffen dürfen.

Einer Stimme Gehör verschaffen, die den Eindruck hat, es in ihrem Land nicht mehr in ausreichendem Maß tun zu können. Die Regierung der Türkei bezeichnet sich selbst als demokratisch gewählte Regierung. Zum Regieren gehört jedoch mehr als die Wahl, man muss auch bereits ein, jene die nicht zustimmen und die anderer Meinung sind, zu hören. Eine Opposition anzuerkennen und die Wünsche von „Minderheiten“ zu hören. Sie müssen nicht immer erfüllt werden, können nicht immer entsprechend umgesetzt werden.

Ich ersuche alle Leserinnen und Leser, die meiner Meinung sind, den folgenden Absatz, mit oder ohne deutschsprachigem Kommentar im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zu veröffentlichen.

„Just from the beginning, we want Recep Tayyip Erdoğan to understand that Turkey is a democratic country and we also have the right to decide on our way of life such as the number of children we will have (the number that Erdogan wants is between 3 to 5 children), women’s right to have a child or preference of having abortion, to drink alcohol, smoke or not, keeping historical and culturally important places as they are (not having a shopping mall or something else instead of these valuable areas and even forests)- these are just a few issues that come to my mind- but we are forced to accept the rules of Erdogan and he really gets angry to the ones who don’t obey the rules that he orders. He doesn’t accept us as this country’s citizens who don’t vote for him and insults the citizen’s of this country who are from different ethnic origins, religious beliefs, teams and even arrests the people such as doctors, lawyers, journalists, generals that he sees as a threat to his dictatorship and supports this protest. He prevents the media to show the reality and and wants the media to show the events happening all around the country from just his point of view and there are some people who still don’t know what’s happening because he wants to show everybody that we are just some unimportant people who don’t want him to govern this country or just some people who harm the cities, shops, people around us and attack the police. While the police is attacking people who are trying to defend their rights- he wants the media to broadcast penguins as nothing is happening all around here I think he’s really worried about us who are trying to keep united inspite of all the tear gas and brutal force of the police. I believe that because otherwise he wouldn’t humiliate himself in the eyes of international media as he hired this country’s police to pretend as protestors who are throwing molotov bomb to the police but sorry we aren’t that stupid Now their new tactic is pretending to solve the problem but he still doesn’t try to communicate with us. He calls some unrelated actors or actresses who even don’t know the purpose of this protest to get their ideas and the second way is threatening people to send them to prison if they don’t support him. Just a few hours ago, there was a call for public meeting for the ones who support him and at these meetings he goes on his lies and accusations towards the protestors or anybody who doesn’t obey his rules. He thinks that he is the law of this country, even has been trying to change the constitution for years for his own profits (but he prevents our demonstration proposing that it’s not legal to have demonstration). The laws are important if the issue is about his and his party’s profits but can be ignored when the case is the opposite. He has been using religion which is a very sensitive thing for people and acts like he is doing the right thing as what Islam orders us but our religion also orders ’not to discriminate, insult, humiliate people, not giving harm to any living thing, be equal to everybody and accept people as they are, not creating a group of ‚others‘ who don’t feel the same way ‚. These people, the protestors aren’t there just because of ‚a few trees‘ as they still think that this is the problem, these protestors just don’t want to be ruled by a dictator who thinks that what he says, wants is the only truth and ignoring the demands of people such as living freely in this beautiful country, the people who love this country more than him. Thanks for your interest, we really appreciate your support as Turkish citizens who love their country so much and PLEASE SPREAD THE WORD!“

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Die Selbstverzwergung Europas

Warun braucht Europa, nein, die EU einen starken Mann bzw. eine starke Frau?
Die „Selbstverzwergung Europas“ lautet der Titel der Welt online Nachrichten, der das angebliche Erstaunen weltweit über die Nominierung unbekannter Politiker zum Ausdruck bringt. Ein gelungener Begriff für künstliche Vergrösserung eines Problems, das kein echtes ist, das Wort wurde in einem Artikel des Spiegel verwendet. Der sogenannte „starke Mann“, wer braucht ihn, die Medien, die Politik, der herbeigeschriebene Kontrahent?

Es war ziemlich vie Unsinn über zwei Personen zu lesen, in den vergangenen Tagen, über Catherine Ashton und Mr. Van Rompoy, zwei Politiker die beim Abendessen zum Präsident und zur Ausenministerin gekürt wurden. Es wäre wesentlich demokratischer über das Zustandekommen der Nominierung und der Entscheidung zu schreiben, als über die ausgewählten Personen. Wer und wie wird über derartige Positionen innerhalb der EU entschieden? Das ist die Gretchen, nein Selbstverzwergungsfrage.

Und wieder einmal spielen sie "Helden!"

Die Wahl zum Europäischen Parlament ist in Österreich ein Heimspiel. Politische Parteien, die vor der Kronenzeitung auf den Knien liegen, wagen es nicht, ihren Wählerinnen und Wählern zu sagen, dass das Europäische Parlament ein vom Volk zu wählendes Parlament mit allen Funktionen, Aufgaben und Fehlern ist. Sie gestalten den Wahlkampf als ob es um die österreichischen Arbeitsplätze, die nationalen Wehwehchen und politischen Hickhacks ginge.

Ein echtes Armutszeugnis, da ist HC Strache mit seiner FPÖ nur das Fundament des Eisbergs, die Spitze ist das gesamte nationale politische Denken.

strache 1

Wenn ich diesen Slogan auf die Nationalratswahl und Kärnten umlege, wäre manch Kärntner Partei eine Verräterpartei an der Nation Österreich.

Sie haben noch nicht verstanden, dass der Europäische Rat, entsprechend dem Bundesrat, nur mit wesentlich mehr Macht ausgestattet, die nationale Karte spielt. Die Europäischen Parlamentarier sind Europäer und vertreten auch die Europäer mit einer gewissen Vorliebe für den heimatlichen Wahlkreis Österreich. Ähnlich den Kärntner Nationalratsabgeordneten, die auch Österreich vertreten und insbesondere ihren angestammten Wahlbezirk.

Einem Österreicher oder einer Österreicherin zu erklären, dass europäisch und österreichisch nicht zwangslogisch Widerspruch bedeutet, ist angesichts lokaler und regionaler bzw. monopolisierender Presse nicht ganz einfach. Ich habe auch keine Probleme mich Salzburgerin und Österreicherin zu nennen, meine ich. Oder sollte ich mich gar von manchen Wahlaktionen derartig distanzieren zu müssen, wie zB ein abartiges Comics oder der Wahlslogan: Abendland in Christenhand. Mit der Hand haben es die Rechten – war es das BZÖ das das Land in Heimathand sehen wollte, sind für die FPÖ nur Christenhände gute Hände. Was wohl all die aus der Kirche ausgetretenen Parteimitglieder dazu sagen würden, wenn sie,vorbehaltlich eines Wahlzuwachses mit der Enteignung rechnen müssten?

Popularität und Populismus liegen nah nebeneinander. Manche wirken populär und sind nur populistisch, laut und bemerkbar. Da ändert auch ein Wahlergebnis von 70% der Jungwählerstimmen für alternative Kanditaten nichts. Denn alternativ und anders ist er allzumal unser FPÖ Mann, eben nicht ganz österreichisch, oder?

Da hätte ich doch HP Martin fast vergessen, der alleine gegen die Mächtigen kämpft. Wie gut, dass es Helden nicht nur in Filmen gibt.

Was hat die NATO mit dem Ehegesetz in Afghanistan zu tun?

Seit mehreren Stunden hört man Nachrichten zum Fest des 60. Geburtstages des Nordatlantikpakts. Der Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen soll gekürt werden und ein Telefongespräch des italienischen Ministerpräsidenten im unpassenden Moment zum Weltakt hochstilisiert. Der öffentliche „Kuhhandel“ über den noch zu vergebenden Posten des Vizegeneralsekretärs und einiger, weiterer lukrativer Jobs zugunsten der widerspenstigen türkischen Regierung geht im Rauch der brennenden Häuser Strassburgs auf. Die „Autonomen“ haben es gemacht und glücklicherweise wurden die Gewaltbefürworter diesseits der Brücke mit den Friedensdemonstrant/innen jenseits der Brücke nicht zusammen geführt.

Ein System wird zum lebenden Wesen ernannt, die Gründungsakte einer militärischen Union zum Geburtsereignis umfunktioniert. Und da sich die NATO derzeit mit einem wesentlichen Problem, der angefangenen Militäraktion in Afghanistan beschäftigen muss, kommen gerade aus jenem Land die neuesten Nachrichten. Eine Schlacht der Bilder und nicht zuletzt ein Krieg der Informationen.

Das neue Ehegesetz Afghanistans wird verkündet, dass angeblich nur für die schiitische Minderheit in Kraft gesetzt wurde. Man nennt es bereits „Vergewaltigungsgesetz“.

Präsident Hamid Karzai, ein vom Westen gestützter und der NATO gesicherter afghanischer Würdenträger wird zitiert: „Es seien Übersetzungsfehler, die Frauen würden nicht darum bitten müssen, ob sie ausgehen dürfen. Karzai erklärte laut Artikel der Zeit, Artikel 130 das neue Gesetze klar sage , dass Frauen mit berechtigten Gründen sehr wohl das Haus verlassen dürfen. Über den Abschnitt, der auch verbreitet wird, dass Männer in der Ehe alle vier Tage Anspruch auf Geschlechtsverkehr hätten, wird nicht gesprochen.

Na, was jetzt? Wer erklärt uns nun den Text, wo bleibt die exakte Übersetzung?

Es kann doch weltweit nicht so schwierig sein, eine korrekte, wenn vielleicht auch nicht so gefällige Form in englischer, deutscher oder was auch immer Sprache zu erhalten.

Nichts. Kein neuer Text. Das könne bedeuten, dass es eben so ist wie es ist oder ganz anders.

Es macht mich nachdenklich, wenn Europäer Geld in, von Männer regierte Länder investieren, deren Frauen die Welt durch blaue Gitter betrachten (müssen). Lieber wäre mir ein Investment in Bildung und Kultur, in exakte Übersetzungen, in Projekte von und mit Frauen. Und doch ist es blauäugig, beinahe blaugittrig gesehen, zu meinen, dies würde eine männlich geprägte, patriarchalisch überdimensionierte Struktur verändern.

Betrachtet man den NATO Gipfel, entsteht der Eindruck, dass dies ein männlich dominiertes Bündnis darstellt. Ist das Fehlen von mindestens 40% Männern im Damenprogramm nun gleichzusetzen mit einer rechtlich sanktionierten Situation in der Frauen sich befinden könnten, wenn sie um Ausgang bitten müssten? Sicher nicht und doch haben beide Bilder ähnliche Wurzeln. Nämlich jener Grundlage, die das Machtverhältnis der Geschlechter über Jahrtausende darstellt. Eine Beziehung, dessen Existenz von Religionen genährt wird. Mit unterschiedlichen Ausprägungen in geographischen Regionen, die durch mangelnde demokratische Prinzipien verstärkt werden. Und zeitlich verschoben, je nach Entwicklungspotential, das Frauen stärkt und Frauen sich selbst zutrauen (können).

Eine Klärung der Information zu einem derartigen Gesetz müsste von demokratisch gesinnten Medien sofort überprüft werden können. Wir werden hingegen mit sich ständig wiederholenden Nachrichten zugeschüttet, bis wir das Interesse an den Frauen Afghanistans und der NATO verlieren, sofern es jemals vorhanden war.

Heimatliebe…

„Heimatliebe, statt Gauner und Diebe“ meint das BZÖ und verkündet dies auf Plakatständern.
„Heimatland in Heimathand“ und „Heimatland braucht Mittelstand.“

„Viel Heimat für wenig Land!“ oder „Spruch mit braunem Geruch“ fällt mir dabei ein.
Eine interessante Kombination ist die der Liebe und des Betrugs. Nirgends wird soviel gelogen wie in der Liebe. Und da wären die Heimatliebenden eine Ausnahme, mitnichten. Gegaunert wird auch dort, wo die Heimat geliebt wird.

Und ob der Mittelstand von Heimathand gelenkt wird, ist in Zeiten der globalen Wirtschaft, des grenzenlosen Warenverkehrs, der GesmbHs und KGs, der italienischen Restaurants und der türkischen Schneiderei weder überprüfbar noch wirklich zielführend. Ob der Mittelstand in den nächsten Jahren die Krisen überleben und produzieren bzw. handeln kann, ist die weitaus interessantere Frage.

Wenn ich mir eine Wohnung miete oder kaufe, kann ich davon ausgehen, einen bestimmten Preis zu zahlen, entsprechende Leistungen dafür zu erhalten oder betrogen zu werden. Ob das Grundstück auf dem sich das Haus befindet, von Heimathand besessen wird, überlegen sich, glaube ich, wenige. Wohl eher die Lage, die Grösse und den Preis.

Diese Heimathand, was ist das, wem gehört diese Hand?

Wichtig wäre, dass Eigentum im Grundbuch verankert ist und Mieten einen guten Mietvertrag zur Grundlage haben. Der Handschlag, ja, der zählt auch noch, egal ob Heimathand oder nicht, hauptsache verlässlich.

Auf diese Weise kann eine Partei wohl nur jene Gruppen der Bevölkerung ansprechen, die sich ständig betrogen und begaunert fühlen und die dafür einen Sündenbock suchen.

In Kärnten, interessanterweise sehen die Wahlplakate des BZÖ anders aus. Hier nehmen drei braungekleidete Männer Haltung an, „Mannaleit, dös is a Freid“. Männer, die Treue versprechen, zum Vater des Lands, respektive Vaterland.

Vater`s Land in Vater`s Söhne Hand.

Wahl Kärnten

Europa in sieben Tagen…

„Europa in sieben Tagen, moralische Vermessungen, lautet der Buchtitel von Clemens Sedmak.

Es beschreibt anhand einer seltsamen Konstruktion das moralische Fundament Europas. Wenn Europa seinen Geburtstag feiern würde, welche Ereignisse würden als Gäste erscheinen um das moralische Gewissen Europas zu repräsentieren? Wer würde am Festessen teilnehmen?

15. Februar 2003 würde den Frieden an die Tafel holen.
An diesem Tag fanden in Barcelona, Berlin, London, Madrid, Paris und Rom Demonstrationen gegen den Loyalitätskundgebungen für den US amerikanischen Krieg im Irak statt.

29. April 2003 bittet die Menschenrechte zur Feier.
Der Europäische Gerichtshof entscheidet den Fall Diane Pretty. Recht auf Leben bedeutet auch Recht auf menschenwürdiges Sterben.

3. Mai 1998, jede Moral braucht eine wirtschaftliche Grundlage.
Die Verantwortungsträger der EU Mitgliedstaaten beschlossen im Europäischen Staat, dass 11 Mitgliedstaaten die erforderlichen Bedingungen für die Einführung der einheitlichen europäischen Währung EURO erfüllen.

11. Mai 1960 erinnert an die Würde des Wissens.
Dies war der Tag, an dem Adolf Eichmann gefasst wurde.
Es war die Überwindung der Gräben, die die jüngste Geschichte Europas durchziehen. Diese Gräben können nicht einfach zugeschüttet werden.
Was bedeutet, Schweigen, Nichtstun und Unterlassen für die moralische Ressource Europas?
Hier stellt sich immer wieder die Frage nach Erinnern und Verzeihen, nicht vergessen.
Die Zukunft Europas hängt von der Kraft ab, die diese Wunde des Wissens, ob der Grausamkeiten, die die Geschichte Europas geprägt und die Identität der Europäer/innen geformt hat, entfalten kann.

12. September 2006 lädt als Gast die Vernunft im Religiösen.
Die Rede Papst Benedikts in der Aula Magner der Universität in Regensburg.
Europas Identität hängt maßgeblich mit dem Verhalten von Vernunft und Glaube zusammen. Das Ringen von Kopftuch und Kruzifix im öffentlichen Raum darf nicht auf der Basis kühler Vernunftüberlegungen geführt werden, auch nicht alleine von denjenigen die einer „Humboldtwelt der Bildung“ angehören, auch nicht von Eliten, die einen Binnendiskurs führen, abhängen.

27. September 2005 an der Tafel nehmen die armen Verwandten Platz.
„Die Boote auf hoher See“. Menschen versuchen verzweifelt, auf der Suche nach einer neuen Existenz nach Europa zu kommen. Der 27. September steht für diesen Stachel im Wohlstandsbauch Europas. Das Jahr 2005 war geprägt von Gedenkfeiern, die eine einzigartige Friedensgeschichte im Nachkriegseuropa zelebrierten. Wie gehören diese beiden Bilder zusammen?

24. Dezember als Gast der Verheißung der Moderne
Dieser Tag drückt den Willen zur Behaglichkeit aus. Die Suche nach Komfort, Versprechungen der Moderne, die für das europäische Projekt prägend geworden sind, das von der Sehnsucht nach Frieden, Sicherheit, Wohlstand, Fortschritt und Stabilität in Bewegung gesetzt wurde.

Ein interessantes Buch, dass Europa in einem neuen Licht erscheinen lässt.
aus Verlag Anton Pustet, Europa in sieben Tagen, Moralische Vermessungen.